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Branchen

Schmieden, Härtereien undMetallbau

Ob Gesenkschmiede, Härterei, Galvanik oder Stahlbau: In der Metallverarbeitung ist Strom mit 52 % der wichtigste Energieträger, gefolgt von Erdgas. Sieben Wirtschaftszweige der Abteilung 25 stehen in Anlage 2 EnFG, fünf davon beim Industriestrompreis; die BECV erfasst einzelne Schmiede-, Wärmebehandlungs- und Federnprodukte. Für Schmelzen, Erwärmen und Wärmebehandlung entlasten § 9a StromStG und § 51 EnergieStG in voller Höhe. Wir ordnen Öfen und Anlagen den Verfahren zu und prüfen die Mengen.

Welche Entlastungen außerdem zu Ihrem Betrieb passen, zeigt der kostenlose Entlastungs-Check nach zehn kurzen Fragen.

Schweißer mit Schutzkleidung in einer Fabrikhalle, umgeben von Funken
Foto: Đạt Bùi / Pexels
Auf einen Blick
  • Listen und Prozesse

    7 Codes in Anlage 2 EnFG, 5 beim Industriestrompreis; volle Steuerentlastung für die Wärmebehandlung.

  • BECV statt Strompreiskompensation

    BECV für Teile von Schmiede, Wärmebehandlung und Federn; keine Strompreiskompensation.

Ausgangslage

Welche Fragen stellen sich Schmieden, Härtereien und Metallbauern?

In der Metallverarbeitung stehen Betriebe mit sehr unterschiedlichem Energiebedarf nebeneinander: Eine Härterei braucht je Euro Umsatz fast siebenmal so viel Strom wie ein Stahlbauer. Entsprechend verschieden sind die Entlastungen, die in Frage kommen. Sechs Fragen hören wir dabei besonders oft.

Nahaufnahme von Schrauben und Muttern aus Metall auf dunklem Grund
Foto: Győző Mórocz / Pexels
  • Härten, Glühen, Schmieden: Wann gilt die volle Entlastung?

    Bei Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen und pulvermetallurgischen Erzeugnissen sowie bei Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung entlasten § 9a StromStG und § 51 EnergieStG nur Strom und Brennstoffe zum Schmelzen, Erwärmen, Warmhalten, Entspannen oder zur sonstigen Wärmebehandlung. Strom für Motoren, Pumpen, Ventilatoren oder Steuerungen gehört nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs nicht dazu. Er fällt unter § 9b StromStG.

  • Lohnhärtung und Lohnbeschichtung: Wer ist entlastungsberechtigt?

    Härtereien, Verzinkereien und Beschichter arbeiten oft an Teilen ihrer Kunden. Entlastungsberechtigt nach § 9a StromStG ist, wer den Strom entnommen hat, also der Lohnbetrieb mit seinen Öfen und Bädern. Wer Teile außer Haus härten oder beschichten lässt, wird für diese Tätigkeit nicht dem verarbeitenden Gewerbe zugeordnet (§ 15 Abs. 8a StromStV).

  • Schmiede oder Stahlbau: Welche WZ-Klasse gilt?

    Schmiede- und Pressteile (25.50), Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung (25.61) sowie Drahtwaren, Federn und Schrauben stehen in Liste 1, der Stahl- und Leichtmetallbau (25.11) in keiner Liste. Betreibt ein Unternehmen beides, zählt die Tätigkeit mit der höchsten Wertschöpfung. Festgelegt wird die Klasse vom statistischen Landesamt, nicht vom Unternehmen selbst.

  • Behälter und Verpackungen aus Metall: Was bedeutet Liste 2?

    Fässer, Dosen und Eimer (25.91) sowie Verpackungen und Verschlüsse aus Metall (25.92) stehen in Liste 2 der BesAR. Für sie begrenzt die BesAR die Umlagen über 1 GWh je Abnahmestelle auf 25 %; den Industriestrompreis können sie nicht beantragen. Strom- und Energiesteuer, Konzessionsabgabe und Aufschlag für besondere Netznutzung stehen ihnen trotzdem offen.

  • Welche Produkte erfasst die BECV?

    In der Metallverarbeitung kennt die BECV nur Teilsektoren: Freiformschmiedestücke für Wellen und Kurbeln (75 %), Wärmebehandlung und anodische Oxidation (je 70 %), Gesenkschmiedeteile aus Stahl, Plastifizieren einschließlich Pulverbeschichtung und warmgeformte Schraubenfedern (je 65 %). Entscheidend ist der Prodcom-Code des Produkts, nicht die WZ-Klasse. Brennstoffe für andere Produkte gehören nicht in den Antrag.

  • Was steht bei einer Härterei auf dem Spiel?

    Eine Härterei mit 10 GWh Strom an einer Abnahmestelle, davon 7 GWh für die Härteöfen, kommt 2026 in unserem Rechenbeispiel auf rund 646.000 € Entlastung. Den größten Anteil haben Stromsteuer, Industriestrompreis und Aufschlag für besondere Netznutzung. Eine Gesenkschmiede mit 10 GWh Erdgas spart über Energiesteuer und BECV rund 93.000 €.

Am Anfang steht deshalb ein Verzeichnis der Öfen, Bäder und Anlagen mit ihren Zählern. Daraus ergibt sich, welche Mengen unter die Prozessentlastung fallen, welche Produkte in die BECV gehören und welche Abnahmestellen die Schwelle von 1 GWh überschreiten. Für den Einstieg reichen meist Zählerstruktur, Strom- und Gasrechnungen des Vorjahres und eine Liste der Produkte mit Prodcom-Codes.

Unsere Leistungen

Welche Entlastungen kommen für Metallverarbeiter in Frage?

Sechs Verfahren kommen für Metallverarbeiter in Betracht. BesAR, Industriestrompreis und BECV knüpfen an Branchenlisten oder einzelne Produkte an, die Strom- und Energiesteuer an die Prozesse, Aufschlag für besondere Netznutzung und Konzessionsabgabe an Stromkosten und Strompreis. Für BAFA und DEHSt stellt unsere Partnerkanzlei RITTER GENT COLLEGEN die Anträge mit unseren geprüften Angaben; beim Hauptzollamt beantragen wir selbst.

Besondere Ausgleichsregelung

Fünf Wirtschaftszweige stehen in Liste 1, Behälter und Metallverpackungen in Liste 2. Je Abnahmestelle sinken die Umlagen für Strom über 1 GWh auf 15 % oder 25 %, im erweiterten Verfahren auf 0,5 % oder 1 % der Bruttowertschöpfung. Wir prüfen Netzentnahmen und Bruttowertschöpfung.

Zur BesAR

Industriestrompreis

Schmiede- und Pressteile, Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung, Schneidwaren, Drahtwaren und Federn sowie Schrauben sind 2026 bis 2028 berechtigt. Das BAFA fördert die Hälfte des anrechenbaren Verbrauchs mit 3,744 ct/kWh (2026). Ab 10 GWh prüfen wir die Strommengen je Abnahmestelle für den Vermerk.

Zum Industriestrompreis

Aufschlag für besondere Netznutzung

Metallverarbeiter mit einem Stromkostenanteil von mehr als 4 % am Umsatz fallen in die Letztverbrauchergruppe C. Statt 1,559 ct/kWh zahlen sie 2026 über 1 GWh je Abnahmestelle höchstens 0,025 ct/kWh. Den Vermerk für die Meldung bis 31. März erteilen wir.

Zum Aufschlag für besondere Netznutzung

BECV-Kompensation

Beihilfefähig sind nur einzelne Produkte: Freiformschmiedestücke mit 75 %, Wärmebehandlung und anodische Oxidation mit 70 %, Gesenkschmiedeteile, Pulverbeschichtung und warmgeformte Federn mit 65 %. Wir prüfen die Brennstoffaufstellung je Produkt und die Emissionsintensität für den Antrag bis 30. Juni.

Zur BECV

Konzessionsabgabe

Bleibt der Durchschnittspreis einer Abnahmestelle unter dem Grenzpreis (2026: 22,54 ct/kWh), entfällt für Sondervertragskunden die Konzessionsabgabe von bis zu 0,11 ct/kWh. Wir testieren den Grenzpreisvergleich für jedes Jahr, auf Wunsch auch für noch nicht verjährte Vorjahre.

Zur Konzessionsabgabe

Strom- und Energiesteuer

Strom und Erdgas zum Schmelzen, Erwärmen, Warmhalten, Entspannen oder Wärmebehandeln entlastet das Hauptzollamt vollständig (§ 9a StromStG, § 51 EnergieStG). Für übrige betriebliche Mengen gelten § 9b StromStG und § 54 EnergieStG. Die Anträge bis 31. Dezember des Folgejahres stellen wir selbst.

Zur Strom- und Energiesteuer
Zusammenspiel

Wie greifen die Entlastungen in der Metallverarbeitung ineinander?

Derselbe Ofen kann in mehreren Verfahren vorkommen: mit seinem Strom bei BesAR, Industriestrompreis und Stromsteuer, mit seinem Erdgas bei Energiesteuer und BECV. Alle Mengen sollten deshalb aus einem Messkonzept stammen. Drei Schnittstellen verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Prozessstrom und Kraftstrom

Voll entlastet ist nur der Strom, der Wärme für die begünstigten Prozesse erzeugt. Antriebe, Pumpen, Ventilatoren und Steuerungen derselben Anlage fallen unter § 9b. Getrennte Zähler je Ofen machen die Aufteilung für eine Außenprüfung nachvollziehbar.

Erdgas je Produkt und Prozess

Bei der BECV zählt nur Erdgas für gelistete Produkte wie Gesenkschmiedeteile. Bei der Energiesteuer entscheidet dagegen der Prozess: § 51 für das Erwärmen im Schmiedeofen, § 54 für Hallenheizung und Warmwasser. Beide Aufstellungen sollten auf denselben Gaszählern beruhen.

Netz und Abgaben

BesAR-Meldung, Aufschlag für besondere Netznutzung und Konzessionsabgabe stützen sich auf dieselben Netzentnahmen der Abnahmestelle. Arbeiten Dritte am Standort, etwa Mieter oder Dienstleister, ist ihr Strom abzugrenzen. Ein Mengengerüst je Abnahmestelle trägt alle drei Nachweise.

Rechenbeispiel

Wie viel bringen die Verfahren einer Härterei und einer Schmiede?

Strom deckt in der Metallverarbeitung 52 % des Energieverbrauchs, Erdgas 39 %. Das Beispiel rechnet deshalb zuerst eine Härterei mit 10 GWh Strom, davon 7 GWh für elektrisch beheizte Öfen. Darunter steht eine Gesenkschmiede, die 10 GWh Erdgas für Schmiedeöfen und Heizung einsetzt.

Strom: Härterei mit 10 GWh, Liste 1

VerfahrenAnnahmeEntlastung 2026
BesARListe 1 (25.61), Umlagen 1,387 ct/kWh; erste GWh voll, darüber 15 %; 32.594,50 € statt 138.700 €106.105,50 €
Industriestrompreis10 GWh anrechenbar; 3,744 ct/kWh auf 50 %187.200 €
Aufschlag für besondere NetznutzungLetztverbrauchergruppe C: erste GWh 1,559 ct/kWh, Rest höchstens 0,025 ct/kWh; 17.840 € statt 155.900 €138.060 €
KonzessionsabgabePreis unter dem Grenzpreis; 0,11 ct/kWh entfallen11.000 €
Stromsteuer (§ 9a StromStG)7.000 MWh für die Härteöfen × 20,50 €143.500 €
Stromsteuer (§ 9b StromStG)3.000 MWh × 20 € − 250 €59.750 €
Zusammen645.615,50 €

Erdgas: Gesenkschmiede, 10 GWh für Öfen und Heizung

VerfahrenAnnahmeEntlastung 2026
Energiesteuer (§ 51 EnergieStG)8.500 MWh zum Erwärmen der Rohteile × 5,50 €46.750 €
Energiesteuer (§ 54 EnergieStG)1.500 MWh Heizung × 1,38 € − 250 €1.820 €
BECVGesenkschmiedeteile aus Stahl (25.50.12), 65 %, Werte 202544.145,56 €
Zusammen92.715,56 €

Unverbindliche Beispiele mit den Steuersätzen 2026 und den BECV-Werten 2025. Bei der Schmiede ist angenommen, dass das Erdgas vollständig der Herstellung von Gesenkschmiedeteilen dient und die Öfen unter der Schwelle des EU-Emissionshandels von 20 MW Feuerungswärmeleistung bleiben. Für den Strom gelten Liste 1, Stromkosten über 4 % des Umsatzes und ein Durchschnittspreis unter dem Grenzpreis als erfüllt; beim Industriestrompreis ist die Hälfte der Beihilfe in Dekarbonisierung zu investieren.

Glühendes Metall im Inneren eines Industrieofens
Foto: roselino rocha / Pexels

Strom rund 646.000 €, Erdgas rund 93.000 €

Bei der Härterei bringen Stromsteuer und Industriestrompreis zusammen mehr als die Hälfte der Entlastung. Wie viel Strom tatsächlich unter § 9a fällt, hängt davon ab, wie genau Öfen und Nebenverbraucher gemessen werden.

Ihre Vorteile

Was Ihnen unsere Prüfung in der Metallverarbeitung bringt

  • Ofenstrom sauber abgegrenzt

    Wir prüfen, welcher Strom tatsächlich Wärme für Härten, Glühen oder Schmieden erzeugt und welcher Antriebe und Steuerungen versorgt. Die Aufteilung dokumentieren wir so, dass sie bei einer Außenprüfung nachvollziehbar ist.

  • Lohnbetriebe richtig eingeordnet

    Für Härtereien, Verzinkereien und Beschichter klären wir, wem der Strom zuzurechnen ist und welche Tätigkeit die Einstufung prägt. Auftraggeber mit fremd vergebener Fertigung berücksichtigen wir ebenso.

  • Produkte statt Branchen

    Für die BECV ordnen wir Ihre Produkte den Prodcom-Codes der Teilsektoren zu. Nur das Erdgas für beihilfefähige Produkte geht in den Antrag.

  • Einstufung geklärt

    Schmiede, Härterei und Stahlbau unter einem Dach? Wir zeigen, welche WZ-Klasse Ihr Unternehmen trägt und was sie für BesAR und Industriestrompreis bedeutet.

  • Alle Verfahren aus einer Hand

    Für Schmieden und Presswerke, Härtereien und Oberflächenveredler sowie Stahl- und Metallbaubetriebe prüfen wir alle sechs Verfahren abgestimmt, von der Stromsteuer über BesAR und Industriestrompreis bis zur BECV.

Arbeiter hebt glühendes Metall in einer Werkhalle
Foto: Kateryna Babaieva / Pexels

Prüfung und Antrag getrennt

Unsere Partnerkanzlei RITTER GENT COLLEGEN stellt die Anträge bei BAFA und DEHSt; wir prüfen und bescheinigen die Angaben dafür. Die Steueranträge reichen wir beim Hauptzollamt selbst ein. So bleibt die Prüfung unabhängig, und die Termine beider Seiten greifen ineinander.

Ablauf

Wie arbeiten wir mit Metallverarbeitern?

In vier Schritten bereiten wir Ihre Anträge vor. Öfen, Bäder und Lohnaufträge erfassen wir gleich zu Beginn, weil sie über Prozessentlastung und Einstufung entscheiden.

  1. 01

    Erstgespräch

    Sie beschreiben Ihre Werke, Öfen, Bäder und Lohnaufträge. Gemeinsam legen wir fest, welche Verfahren sich lohnen.

  2. 02

    Mengen je Ofen

    Strom und Erdgas ordnen wir Öfen, Nebenverbrauchern, Produkten und Abnahmestellen zu.

  3. 03

    Prüfung und Vermerke

    Wir prüfen Strom- und Gasmengen, Produktzuordnung und Bruttowertschöpfung und erteilen Vermerke und Bescheinigungen.

  4. 04

    Anträge und Meldungen

    Für BAFA und DEHSt stellt RITTER GENT COLLEGEN die Anträge, beim Hauptzollamt beantragen wir. Ihre Meldungen an den Netzbetreiber stützen sich auf unseren Vermerk.

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Entlastungen für Ihren Metallbetrieb prüfen lassen

Nennen Sie uns Ihre Werke, die wichtigsten Öfen und Anlagen sowie Ihren ungefähren Strom- und Gasverbrauch. Wir antworten mit einer ersten Einschätzung und einem Angebot.

Begünstigte Wirtschaftszweige

Welche Codes der Metallverarbeitung stehen auf den Listen?

Sieben Wirtschaftszweige der Abteilung 25 stehen in mindestens einer Liste. Die Tabelle zeigt, in welcher; bei der BECV zählen nur einzelne Produkte. Ein Strich bedeutet, dass das Verfahren den Code nicht führt.

  • 7 von 7

    BesAR

    5 in Liste 1, 2 in Liste 2

  • 5 von 7

    Industriestrompreis

    KUEBLL Anhang I, Teilliste 1

  • 0 von 7

    Strompreiskompensation

    kein Sektor der Abteilung 25

  • 3 von 7

    BECV

    nur Teilsektoren nach Prodcom-Code

WZ 2008WirtschaftszweigBesARIndustriestrompreisStrompreiskompensationBECV
25.50Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteile, gewalzte Ringe und pulvermetallurgische ErzeugnisseListe 1ja–Teile: Freiformschmiedestücke für Wellen 75 %, Gesenkschmiedeteile aus Stahl 65 % (ab 2023)
25.61Oberflächenveredlung und WärmebehandlungListe 1ja–Teile: Wärmebehandlung 70 %, anodische Oxidation 70 %, Plastifizieren einschließlich Pulverbeschichtung 65 % (ab 2021)
25.71Schneidwaren und Bestecke aus unedlen MetallenListe 1ja––
25.91Fässer, Trommeln, Dosen, Eimer u. ä. Behälter aus MetallListe 2–––
25.92Verpackungen und Verschlüsse aus Eisen, Stahl und NE-MetallListe 2–––
25.93Drahtwaren, Ketten und FedernListe 1ja–Teil: warmgeformte Schraubenfedern 65 % (ab 2023)
25.94Schrauben und NietenListe 1ja––

BECV: Kompensationsgrad laut Anlage zur BECV bzw. nach nachträglicher Anerkennung durch die DEHSt; Freiformschmiedestücke angepasst ab 2021, Wärmebehandlung, anodische Oxidation und Pulverbeschichtung anerkannt ab 2021, Gesenkschmiedeteile und warmgeformte Schraubenfedern ab 2023. Die Strompreiskompensation führt keinen Sektor der Abteilung 25. Quellen: Anlage 2 EnFG; BAFA-Merkblatt Industriestrompreis, Anlage A (Stand 04.08.2026); DEHSt-Leitfaden BEHG Carbon Leakage (Stand Juli 2026) und Hinweispapier zur nachträglichen Anerkennung (Juni 2026); DEHSt-Leitfaden Strompreiskompensation (Stand 05.06.2026). Stand Oktober 2026.

Energieprofil

Wie stromintensiv ist die Metallverarbeitung?

In der Herstellung von Metallerzeugnissen stammen 2022 52,22 % der Energie aus Strom und 39,21 % aus Erdgas. Je 1.000 € Umsatz brauchten die Betriebe 85 kWh Strom, je Beschäftigten 18 MWh. Mit 8.115 Betrieben ist die Abteilung 25 die größte der Auswertung.

  • 52 %

    Stromanteil am Energieverbrauch

    Abteilung 25, 2022

  • 85 kWh

    Strom je 1.000 € Umsatz

    Abteilung 25, 2022

  • 18 MWh

    Strom je Beschäftigten

    Abteilung 25, 2022

  • −14 %

    Stromintensität 2022 zu 2021

    Veränderung der kWh je 1.000 € Umsatz

Metallverarbeiter beziehen mehr als die Hälfte ihrer Energie als Strom

Anteile der Energieträger am Gesamtenergieverbrauch 2022 in %

  • Strom
  • Erdgas
  • Heizöl
  • Übrige (Fernwärme, Sonstige)
  • Metallerzeugnisse (25)

Quelle: Riesner/Schütte/Lässig (Hrsg.), Energieeffizienz-Benchmark Industrie – Energieeffizienzkennzahlen 2022, Springer Verlag 2025, doi:10.1007/978-3-658-47771-4

Mittelwerte der Betriebe ab 20 Beschäftigten je Wirtschaftszweig (WZ 2008); Datenbasis: amtliche Statistik.

Metallverarbeiter liegen beim Strom je Euro Umsatz auf Rang 12 von 27

Strom in kWh je 1.000 € Umsatz 2022, 27 Abteilungen aus Bergbau und Verarbeitendem Gewerbe

  • Metallverarbeitung
  • übrige Abteilungen
  • Kohlenbergbau* (05)

  • Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus (17)

  • Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau (08)

  • Metallerzeugung und -bearbeitung (24)

  • Herstellung von Glas, -waren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden (23)

  • Herstellung von chemischen Erzeugnissen (20)

  • Gewinnung von Erdöl und Erdgas (06)

  • Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) (16)

  • Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (22)

  • Herstellung von Textilien (13)

  • H.v. Druckerz., Vervielf.v.Ton-,Bild-,Datenträgern (18)

  • Metallerzeugnisse (25)

    85 kWh
  • Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (10)

  • Getränkeherstellung (11)

  • Herstellung von Möbeln (31)

  • Kokerei und Mineralölverarbeitung (19)

  • Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (26)

  • Herstellung von sonstigen Waren (32)

  • Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen (15)

  • Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (27)

  • Maschinenbau (28)

  • Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen (21)

  • Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (29)

  • Sonstiger Fahrzeugbau (30)

  • Herstellung von Bekleidung (14)

  • Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen (33)

  • Tabakverarbeitung (12)

* Mittelwert aus weniger als 20 Betrieben

Die Kennziffer bezieht sich auf den Umsatz. Steigende Erlöse senken sie auch ohne Einsparung beim Verbrauch.

Quelle: Riesner/Schütte/Lässig (Hrsg.), Energieeffizienz-Benchmark Industrie – Energieeffizienzkennzahlen 2022, Springer Verlag 2025, doi:10.1007/978-3-658-47771-4

Mittelwerte der Betriebe ab 20 Beschäftigten je Wirtschaftszweig (WZ 2008); Datenbasis: amtliche Statistik.

Branchenwerte ersetzen keine Berechnung der Stromkostenintensität für einen Antrag.

Ein Mittelwert, viele Profile

Oberflächenveredler und Wärmebehandler brauchen 202 kWh Strom je 1.000 € Umsatz, Schmieden und Presswerke 114 kWh, der Stahl- und Leichtmetallbau nur 30 kWh. Der Mittelwert der Abteilung sagt deshalb wenig über den einzelnen Betrieb. Mit 85 kWh liegt die Abteilung auf Rang 12 von 27.

Stromkennzahlen je Wirtschaftszweig

Stromanteil und Stromverbrauch 2022 für die sieben Wirtschaftszweige der Metallverarbeitung aus der Tabelle oben. „keine Angabe“: kein belastbarer Wert. * Weniger als 20 Betriebe.

WZ 2008WirtschaftszweigStromanteil am EnergieverbrauchStrom je 1.000 € Umsatz
25.50Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteile, gewalzte Ringe und pulvermetallurgische Erzeugnisse54 %114 kWh
25.61Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung40 %202 kWh
25.71Schneidwaren und Bestecke aus unedlen Metallen69 %83 kWh
25.91Fässer, Trommeln, Dosen, Eimer u. ä. Behälter aus Metall31 %55 kWh
25.92Verpackungen und Verschlüsse aus Eisen, Stahl und NE-Metall48 %166 kWh
25.93Drahtwaren, Ketten und Federn57 %88 kWh
25.94Schrauben und Nieten52 %99 kWh
  1. 01

    Kennzahl vergleichen

    Legen Sie Ihren Stromverbrauch je 1.000 € Umsatz neben den Wert Ihrer Teilbranche. Härtereien und Schmieden mit hohem Wert sollten das erweiterte Verfahren der BesAR prüfen.

  2. 02

    Verfahren gewichten

    Elektrisch beheizte Öfen sprechen für § 9a StromStG, Gasöfen für § 51 EnergieStG und, bei gelisteten Produkten, die BECV. Industriestrompreis und BesAR kommen bei hohem Netzbezug hinzu.

  3. 03

    Mengen prüfen

    Ihre Zählerwerte je Ofen und Abnahmestelle machen aus dem Branchenwert eine belastbare Rechnung. Wir prüfen sie für jedes Verfahren.

Kacheln: 8.115 Betriebe ab 20 Beschäftigten der Abteilung 25, Werte 2022; die Veränderung zu 2021 beruht auf den Energieeffizienzkennzahlen 2021 (Lässig/Schütte/Riesner, Hrsg., Springer Verlag 2024), Quelle und Datenbasis der Werte 2022 stehen unter den Diagrammen; eigene Auswertung.

Nicht gelistet?

Ihre Metallwaren fehlen auf den Listen?

Stahl- und Leichtmetallbau (25.11), Kessel und Behälter (25.2 und 25.3), Mechanik (25.62), Werkzeuge (25.73) und viele andere Metallwaren stehen in keiner der vier Listen. Drei Wege bleiben trotzdem.

WZ-Klasse prüfen

Gehören Schmieden, Härten oder Beschichten zu Ihrem Betrieb, kann die Einstufung beim statistischen Landesamt eine gelistete Klasse ergeben. Ausschlaggebend ist der Schwerpunkt der Wertschöpfung, den wir mit Ihnen prüfen.

Zur WZ-Klassifizierung

Gutachten für Verbände

Neue Sektoren oder Teilsektoren kommen meist über einen Verbandsantrag in BECV oder Strompreiskompensation. Wir liefern die Gutachten mit den nötigen Kennzahlen zu Kosten, Handel und Emissionen.

Zu den Gutachten für Verbände

Entlastung ohne Liste

Die volle Steuerentlastung nach § 9a StromStG und § 51 EnergieStG hängt am Prozess, nicht an einer Liste. Auch ein Stahlbaubetrieb mit eigener Wärmebehandlung kann sie für diese Anlagen in Betracht ziehen.

Zur Strom- und Energiesteuer
Fristen

Welche Termine stehen für Metallverarbeiter im Jahr an?

Vier Stichtage bestimmen das Jahr eines Metallverarbeiters. Die Übersicht rechnet ab heute, zeigt die Restzeit und bietet jeden Termin als Kalendereintrag an.

  • Frist
  • Wichtige Frist
  • Jährlich neu festgelegt
  • Vorbei
  1. 31. Dezember 2026

    nächste Frist: noch 54 Tage

    Strom- und Energiesteuer:
    Entlastungsanträge für das Vorjahr beim Hauptzollamt, für Prozesswärme und übrige Mengen getrennt.
    Konzessionsabgabe:
    Testat zum Grenzpreis, sofern der Vertrag mit dem Netzbetreiber keinen anderen Termin nennt.
  2. 31. März 2027

    in 144 Tagen

    Aufschlag für besondere Netznutzung:
    Meldung an den Netzbetreiber; für die Letztverbrauchergruppe C mit Erklärung und Prüfungsvermerk.
    Industriestrompreis:
    Erster Antrag für das Jahr 2026 bis 31. März 2027 beim BAFA.
  3. 31. Mai 2027

    in 205 Tagen

    BesAR:
    Meldung der umlagepflichtigen Netzentnahmen je Abnahmestelle an den Übertragungsnetzbetreiber.
    Industriestrompreis:
    Prüfungsvermerk für 2026 nachreichen, wenn der anrechenbare Verbrauch 10 GWh erreicht.
  4. 30. Juni 2027

    in 235 Tagen

    BesAR:
    Begrenzungsantrag beim BAFA für das Folgejahr, im erweiterten Verfahren mit Vermerk zur Wertschöpfung.
    BECV:
    Antrag bei der DEHSt für Schmiedeteile, Wärmebehandlung, Beschichtung und Federn.
    EnSTransV:
    Transparenzerklärung für Steuerentlastungen ab 100.000 € je Rechtsgrundlage im Vorjahr.

Stand Oktober 2026. Fällt ein Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, kann sich der Termin auf den nächsten Werktag verschieben. Es gelten die Vorgaben der jeweiligen Behörde oder des Netzbetreibers.

FAQ

Häufige Fragen zu Entlastungen in der Metallverarbeitung

  • Anlage 2 EnFG nennt sieben Wirtschaftszweige der Abteilung 25. In Liste 1 stehen Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteile, Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung, Schneidwaren, Drahtwaren, Ketten und Federn sowie Schrauben und Nieten, in Liste 2 Metallbehälter sowie Verpackungen und Verschlüsse aus Metall. Für Strom über 1 GWh je Abnahmestelle sinken die Umlagen in Liste 1 auf 15 %, in Liste 2 auf 25 %. Stahl- und Metallbau, Mechanik und Werkzeugbau sind nicht aufgeführt.

Rechtsgrundlagen und Quellen: Anlage 2 EnFG; §§ 31, 32 EnFG; BAFA-Merkblatt Industriestrompreis, Anlage A (Stand 04.08.2026); DEHSt-Leitfaden BEHG Carbon Leakage (Stand Juli 2026) und Hinweispapier zur nachträglichen Anerkennung (Juni 2026); DEHSt-Leitfaden Strompreiskompensation (Stand 05.06.2026); Anhang 1 TEHG; § 9a und § 9b StromStG; BFH, Urteil vom 30.06.2015, VII R 52/13; § 15 Abs. 8a StromStV; §§ 51, 54 EnergieStG; EnSTransV; § 2 KAV; Festlegung BK8-24-001-A der Bundesnetzagentur. Stand Oktober 2026.

Schmied bearbeitet ein glühendes Eisenstück mit dem Hammer
Foto: j.mt_photography / Pexels

Kostenloser Entlastungs-Check

Welche Entlastungen Ihr Metallbetrieb darüber hinaus nutzen kann, zeigt der kostenlose Check nach zehn kurzen Fragen. Das Ergebnis erscheint sofort.

Sprechen Sie uns für ein individuelles Angebot an

Schildern Sie uns kurz Ihr Vorhaben. Wir melden uns mit einer Einschätzung des Aufwands und einem Angebot. Hilfreich sind vor allem diese Angaben:

  • Welche Entlastung

    Etwa BesAR, Stromsteuer oder Netzentgelte.

  • Welches Jahr

    Das Antrags-, Abrechnungs- oder Nachweisjahr.

  • Welche Frist

    Bis wann Antrag oder Nachweis vorliegen muss.

  • Wer bei Ihnen zuständig ist

    Ihre Ansprechpartner für Daten und Unterlagen.

Das Neue Rathaus in Hannover mit Kuppel, von einer Grünanlage aus gesehen
Foto: John Netrebchuk / Pexels

Kontakt

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Fax
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