BesAR und Industriestrompreis
Fünf Wirtschaftszweige, alle in Liste 1 der BesAR und beim Industriestrompreis.
Strom im Mittelpunkt
60 % der Energie ist Strom; Strompreiskompensation und BECV führen keine Sektoren der Branche.
Gummi und Kunststoff
Ob Folien, Profile, Verpackungen oder technische Teile: Extruder, Spritzgießmaschinen und Kühlung machen Strom in der Kunststoffverarbeitung zum wichtigsten Energieträger. Alle fünf Wirtschaftszweige der Abteilung 22 stehen in Liste 1 der BesAR und beim Industriestrompreis; Strompreiskompensation und BECV sehen für die Branche keine Sektoren vor. Welche Entlastungen für Ihren Betrieb in Frage kommen, zeigen wir Ihnen; die Angaben dafür prüfen wir.
Welche Entlastungen neben den Branchenlisten passen, ermittelt der kostenlose Entlastungs-Check in zehn kurzen Fragen.

Welche Fragen stellen sich Gummi- und Kunststoffverarbeitern?
In der Kunststoffverarbeitung dreht sich fast alles um Strom. Weil Strompreiskompensation und BECV für die Branche keine Sektoren vorsehen, tragen BesAR, Industriestrompreis, Stromsteuer und Netzentgelte die Entlastung. Umso wichtiger ist, dass die Strommengen je Werk und Abnahmestelle stimmen. Sechs Fragen stehen dabei im Vordergrund.

Lohnt das erweiterte Verfahren der BesAR?
Bei hohem Stromverbrauch im Verhältnis zur Wertschöpfung kann die BesAR die Umlagen insgesamt auf höchstens 1 % der Bruttowertschöpfung begrenzen, bei besonderer Deckung durch erneuerbare Energien auf 0,5 %. Maßgeblich ist der Durchschnitt der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre, und der Antrag braucht einen Prüfungsvermerk zur Bruttowertschöpfung. Zu zahlen sind dabei mindestens 0,05 ct/kWh.
Mehrere Werke, mehrere Abnahmestellen?
Die BesAR begrenzt erst den Strom über 1 GWh je Abnahmestelle, beim Aufschlag für besondere Netznutzung gilt dieselbe Schwelle. Den Prüfungsvermerk zum Industriestrompreis verlangt das BAFA ab 10 GWh anrechenbarem Verbrauch. Wer mehrere Werke betreibt, braucht deshalb für jede Abnahmestelle ein eigenes Mengengerüst.
Werkzeugbau, Dienstleister, Mieter am Standort?
Arbeiten Dritte auf Ihrem Gelände, etwa ein externer Werkzeugbau oder ein Mieter, gehört ihr Strom grundsätzlich nicht zu Ihrem Selbstverbrauch. Bei der BesAR entscheidet, wer die Geräte betreibt; geringfügige Verbräuche Dritter dürfen dem eigenen Verbrauch zugerechnet werden. Bei der Stromsteuer gilt Strom eines anderen Unternehmens in Ihrem Betrieb nur unter engen Voraussetzungen als eigene Entnahme (§ 17b Abs. 4 StromStV).
Lohnfertigung: Wer gilt als Hersteller?
Lassen Sie Ihre Materialien von anderen Unternehmen verarbeiten, werden Sie für diese Tätigkeit bei Strom- und Energiesteuer nicht dem verarbeitenden Gewerbe zugeordnet (§ 15 Abs. 8a StromStV). Überwiegt die fremd vergebene Fertigung, kann der Status als Unternehmen des produzierenden Gewerbes entfallen. Für den Lohnfertiger selbst zählt die Fertigung dagegen wie eigene Produktion.
Was ändert die PV-Anlage auf dem Dach?
Selbst erzeugter Solarstrom senkt die Netzentnahme und damit die Mengen für BesAR, Aufschlag für besondere Netznutzung und Konzessionsabgabe. Bei der Stromsteuer kann er nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 3 StromStG steuerfrei sein, je nach Anlagengröße und Verbrauchsort. Für den Industriestrompreis braucht auch die Eigenversorgungsanlage einen eigenen Zähler.
Betreffen uns auch die Verpackungsregeln?
Je nach Produkt und Rolle kommen für Kunststoffverarbeiter Pflichten nach dem Verpackungsrecht und dem Einwegkunststofffondsgesetz hinzu. Nach einem Entwurf der Koalitionsfraktionen sollen Hersteller und Importeure ab 1. Juli 2027 außerdem eine Kunststoffverpackungsteuer von 0,55 € je kg zahlen. Die Daten zu Kunststoffgewichten lassen sich für mehrere dieser Pflichten nutzen.
Für die meisten Kunststoffbetriebe beginnt die Arbeit bei den Strommengen. Wir prüfen die Angaben für alle Verfahren, die für Ihr Unternehmen in Frage kommen, und stimmen BesAR, Industriestrompreis und Netzentgelte aufeinander ab. Für den Einstieg genügen meist die Zählerstruktur je Werk, die Stromrechnungen des Vorjahres und die letzten Jahresabschlüsse. Daraus lässt sich ablesen, welche Verfahren sich lohnen.
Welche Entlastungen kommen für Gummi- und Kunststoffverarbeiter in Frage?
Für Gummi- und Kunststoffverarbeiter sind vor allem fünf Verfahren beim Strom wichtig, dazu Pflichten rund um Verpackungen. BesAR und Industriestrompreis hängen an der Branchenliste, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Aufschlag für besondere Netznutzung an produzierendem Gewerbe, Strompreis und Stromkosten. Wir prüfen die Angaben; BAFA-Anträge stellt unsere Partnerkanzlei RITTER GENT COLLEGEN, beim Hauptzollamt reichen wir sie selbst ein.
Besondere Ausgleichsregelung
Alle fünf Wirtschaftszweige stehen in Liste 1: Über 1 GWh je Abnahmestelle zahlen sie 15 % der KWKG- und Offshore-Netzumlage, im erweiterten Verfahren höchstens 0,5 % oder 1 % der Bruttowertschöpfung. Wir prüfen die Meldung zum 31. Mai und die Aufstellung zur Bruttowertschöpfung für den Antrag bis 30. Juni. Mindestens 0,05 ct/kWh sind aber zu zahlen.
Zur BesARIndustriestrompreis
Dieselben fünf Wirtschaftszweige können für 2026 bis 2028 den Industriestrompreis beantragen, für 2026 bis 31. März 2027. Gefördert wird die Hälfte des anrechenbaren Verbrauchs mit dem Differenzpreis, 2026 sind das 3,744 ct/kWh. Ab 10 GWh prüfen wir die Strommengen je Abnahmestelle für den Prüfungsvermerk des BAFA.
Zum IndustriestrompreisAufschlag für besondere Netznutzung
Kunststoffverarbeiter mit Stromkosten über 4 % des Umsatzes gehören zur Letztverbrauchergruppe C. Für Strom über 1 GWh je Abnahmestelle zahlen sie 2026 höchstens 0,025 ct/kWh statt 1,559 ct/kWh. Wir prüfen Ihre Erklärung zum produzierenden Gewerbe und zur Stromkostenintensität für die Meldung bis 31. März.
Zum Aufschlag für besondere NetznutzungKonzessionsabgabe
Sondervertragskunden zahlen keine Konzessionsabgabe, wenn ihr Durchschnittspreis an der Abnahmestelle unter dem Grenzpreis liegt, 2026 bei 22,54 ct/kWh. Sonst fallen bis zu 0,11 ct/kWh an. Wir testieren den Vergleich je Abnahmestelle und Jahr. Ohne vertragliche Frist lassen sich noch nicht verjährte Vorjahre nachholen, jedes mit seinem eigenen Grenzpreis.
Zur KonzessionsabgabeStrom- und Energiesteuer
Als produzierendes Gewerbe erhalten Kunststoffbetriebe nach § 9b StromStG 20 € je MWh Stromsteuer zurück, soweit 250 € im Jahr überschritten werden; für Erdgas und Heizöl gilt § 54 EnergieStG. Wir stellen die Anträge beim Hauptzollamt bis zum 31. Dezember des Folgejahres und übernehmen die EnSTransV-Erklärung.
Zur Strom- und EnergiesteuerVerpackungen
Für Hersteller von Kunststoffverpackungen kommen Pflichten aus Verpackungsrecht und Einwegkunststofffonds hinzu, nach einem Entwurf ab Juli 2027 auch eine Kunststoffverpackungsteuer. Wir klären, was Sie betrifft.
Zu VerpackDG und EWKFondsGZur VerpackungsteuerWie greifen die Entlastungen in der Kunststoffverarbeitung ineinander?
Weil fast alles am Strom hängt, greifen die Verfahren hier besonders eng ineinander. Dieselben Zähler und Rechnungen tragen BesAR, Industriestrompreis, Stromsteuer und Netzentgelte. Die drei Bereiche zeigen, wo die Mengen zusammenpassen müssen.
Umlagen und Zuschuss
BesAR und Industriestrompreis lassen sich laut BAFA-Merkblatt kombinieren: Die BesAR senkt die Umlagen auf den Netzstrom, der Industriestrompreis zahlt einen Zuschuss auf die Hälfte des anrechenbaren Verbrauchs. Die Abgrenzung der Mengen folgt je Verfahren eigenen Regeln, etwa bei Weiterleitungen an Dritte oder geschätzten Mengen.
Eigener Strom vom Dach
Eine PV-Anlage senkt die Netzentnahme. Das verringert die Mengen für BesAR, Konzessionsabgabe und Aufschlag für besondere Netznutzung und kann den Durchschnittspreis an der Abnahmestelle verändern. Beim Industriestrompreis zählt der selbst verbrauchte Solarstrom mit, wenn er gemessen wird; bei der Stromsteuer kann er steuerfrei sein.
Netz und Abgaben
Der Aufschlag für besondere Netznutzung hängt an Stromkosten und Umsatz, die Konzessionsabgabe am Durchschnittspreis je Abnahmestelle. Beide Nachweise stützen sich auf dieselben Netzentnahmen wie die BesAR-Meldung. Wer alle drei von uns prüfen lässt, erhält dafür ein einheitliches Mengengerüst je Abnahmestelle.
Was bringen die Entlastungen bei 10 GWh Strom und 10 GWh Erdgas?
Welche Variante zuerst steht, richtet sich nach dem Energiemix der Branche: In der Kunststoffverarbeitung ist Strom mit 60 % der wichtigste Energieträger, Erdgas folgt mit 31 %. Für einen Betrieb mit 10 GWh Strom kommen 2026 rund 642.000 € an Entlastungen zusammen. Beim Erdgas bleibt es dagegen bei der Energiesteuer, weil die BECV für die Abteilung 22 keinen Sektor vorsieht.
Variante Strom: 10 GWh an einer Abnahmestelle
| Verfahren | Annahme | Entlastung 2026 |
|---|---|---|
| BesAR | Liste 1, KWKG- und Offshore-Netzumlage zusammen 1,387 ct/kWh; erste GWh voll, darüber 15 %; Umlagen 32.594,50 € statt 138.700 € | 106.105,50 € |
| Industriestrompreis | 10 GWh anrechenbarer Verbrauch, Differenzpreis 3,744 ct/kWh auf die Hälfte | 187.200 € Basis-Beihilfe |
| Aufschlag für besondere Netznutzung | Letztverbrauchergruppe C: erste GWh 1,559 ct/kWh, darüber höchstens 0,025 ct/kWh; 17.840 € statt 155.900 € | 138.060 € |
| Konzessionsabgabe | Sondervertragskunde, Durchschnittspreis unter dem Grenzpreis | 11.000 € |
| Stromsteuer (§ 9b StromStG) | 10.000 MWh × 20 € abzüglich 250 € | 199.750 € |
| Zusammen | 642.115,50 € |
Variante Erdgas: 10 GWh
| Verfahren | Annahme | Entlastung 2026 |
|---|---|---|
| Energiesteuer (§ 54 EnergieStG) | 10.000 MWh × 1,38 € abzüglich 250 € | 13.550 € |
| BECV | kein Sektor der Abteilung 22 in der Anlage zur BECV | – |
| Zusammen | 13.550 € |
Unverbindliche Beispiele mit den Werten für 2026. Beim Strom vorausgesetzt sind unter anderem Liste 1 der BesAR, Stromkosten über 4 % des Umsatzes, ein Durchschnittspreis unter dem Grenzpreis von 22,54 ct/kWh und die Gegenleistung beim Industriestrompreis: Mindestens die Hälfte der Beihilfe ist in Dekarbonisierung zu investieren. Beim Erdgas ist vorausgesetzt, dass die gesamte Menge betrieblich verwendet wird. Ihre eigene Rechnung hängt von Mengen, Vertrag und Abnahmestruktur ab.

Strom rund 642.000 €, Erdgas rund 13.550 €
Im Beispiel liegt der Hebel klar beim Strom, am stärksten über Stromsteuer und Industriestrompreis. Welche Entlastungen bei Ihnen greifen, zeigen erst Ihre eigenen Zahlen je Abnahmestelle.
Was Ihnen unsere Prüfung in der Kunststoffverarbeitung bringt
Erweitertes Verfahren im Blick
Ob sich die Obergrenze nach der Bruttowertschöpfung für Sie lohnt, sehen Sie vor dem Antrag. Die Aufstellung erstellen Sie, wir prüfen sie; so bleibt die Prüfung unabhängig.
Jedes Werk sauber erfasst
Für jede Abnahmestelle prüfen wir Netzentnahmen, Eigenerzeugung und Drittverbräuche. Die Schwellen von 1 GWh und 10 GWh behalten wir je Werk im Blick.
Dritte am Standort abgegrenzt
Werkzeugbau, Dienstleister und Mieter grenzen wir nach Betreiber und Verwender ab. Geringfügige Drittverbräuche ordnen wir nach den Regeln des EnFG zu.
Energie und Verpackung zusammengedacht
Wir klären, welche Verpackungspflichten Sie treffen, und erfassen die Kunststoffmengen so, dass sie für alle Pflichten reichen. Die Energieverfahren laufen davon unabhängig weiter.
Erfahrung aus der Branche
Wir arbeiten für Hersteller von Platten, Folien und Profilen, von Kunststoffverpackungen und von sonstigen Kunststoffwaren. Im Mittelpunkt stehen Strom- und Energiesteuer, BesAR, Industriestrompreis, Konzessionsabgabe und Aufschlag für besondere Netznutzung sowie die Pflichten rund um Verpackungen.

Prüfung und Antrag getrennt
Die BesAR- und Industriestrompreis-Anträge beim BAFA stellt unsere Partnerkanzlei RITTER GENT COLLEGEN, wir prüfen und bescheinigen die Angaben. Beim Hauptzollamt reichen wir die Anträge selbst ein. Die Trennung sichert die Unabhängigkeit der Prüfung; die Termine stimmen beide Seiten miteinander ab.
Wie arbeiten wir mit Kunststoffverarbeitern?
Von der ersten Anfrage bis zum eingereichten Antrag sind es vier Schritte. Wir planen sie rückwärts von den Fristen des Jahres, damit Vermerke und Anträge rechtzeitig vorliegen.
- 01
Erstgespräch
Sie nennen uns Ihre Werke, die Strommengen je Standort und Ihre Eigenerzeugung. Wir klären, welche Verfahren für Sie in Frage kommen.
- 02
Mengengerüst je Abnahmestelle
Zähler, Netzentnahmen, Solarstrom und Drittverbräuche ordnen wir je Werk zu. Dieses Mengengerüst trägt alle Verfahren.
- 03
Prüfung und Vermerke
Wir prüfen Meldungen, Erklärungen und die Bruttowertschöpfung und erteilen die Prüfungsvermerke für BAFA, Übertragungsnetzbetreiber und Netzbetreiber.
- 04
Anträge und Meldungen
Die BAFA-Anträge stellt RITTER GENT COLLEGEN, die Anträge beim Hauptzollamt stellen wir selbst. Meldungen an Netzbetreiber reichen Sie mit unserem Vermerk ein.
Entlastungen für Ihren Kunststoffbetrieb prüfen lassen
Nennen Sie uns Ihre Werke, die ungefähre Strommenge je Standort und ob Sie Strom selbst erzeugen. Sie erhalten eine Einschätzung der passenden Verfahren und ein Angebot.
Welche Codes der Gummi- und Kunststoffbranche stehen auf den Listen?
BesAR und Industriestrompreis führen alle fünf Wirtschaftszweige der Abteilung 22, Strompreiskompensation und BECV keinen davon. Die Tabelle zeigt die Codes im Überblick. Ein Strich bedeutet: in diesem Verfahren nicht gelistet.
5 von 5
BesAR, Liste 1
alle Wirtschaftszweige der Abteilung 22
5 von 5
Industriestrompreis
KUEBLL Anhang I, Teilliste 1
0
Strompreiskompensation
kein Sektor der Abteilung 22
0
BECV
kein Sektor der Abteilung 22
| WZ 2008 | Wirtschaftszweig | BesAR | Industriestrompreis | Strompreiskompensation | BECV |
|---|---|---|---|---|---|
| 22.11 | Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen | Liste 1 | ja | – | – |
| 22.19 | Sonstige Gummiwaren | Liste 1 | ja | – | – |
| 22.21 | Platten, Folien, Schläuche und Profile aus Kunststoffen | Liste 1 | ja | – | – |
| 22.22 | Verpackungsmittel aus Kunststoffen | Liste 1 | ja | – | – |
| 22.29 | Sonstige Kunststoffwaren | Liste 1 | ja | – | – |
Grundlagen: Anlage 2 EnFG; BAFA-Merkblatt Industriestrompreis, Anlage A (Stand 04.08.2026); DEHSt-Leitfaden Strompreiskompensation (Stand 05.06.2026) und DEHSt-Leitfaden BEHG Carbon Leakage (Stand Juli 2026), jeweils ohne Sektor der Abteilung 22. Übersicht mit Stand Oktober 2026.
Wie viel Strom braucht die Kunststoffverarbeitung?
Strom ist in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 2022 mit 60,36 % der wichtigste Energieträger, gefolgt von Erdgas mit 30,79 %. Die 3.300 Betriebe brauchten je 1.000 € Umsatz im Mittel 139 kWh Strom und je Beschäftigten 33 MWh. Nur die Elektronikindustrie hat einen höheren Stromanteil.
60 %
Stromanteil am Energieverbrauch
Abteilung 22, 2022
139 kWh
Strom je 1.000 € Umsatz
Abteilung 22, 2022
33 MWh
Strom je Beschäftigten
Abteilung 22, 2022
−12 %
Stromintensität 2022 zu 2021
Veränderung der kWh je 1.000 € Umsatz
Gummi- und Kunststoffverarbeiter beziehen 60 % ihrer Energie als Strom
Anteile der Energieträger am Gesamtenergieverbrauch 2022 in %
- Strom
- Erdgas
- Heizöl
- Erneuerbare
- Übrige (Fernwärme, Sonstige)
Gummi- und Kunststoffwaren (22)
Quelle: Riesner/Schütte/Lässig (Hrsg.), Energieeffizienz-Benchmark Industrie – Energieeffizienzkennzahlen 2022, Springer Verlag 2025, doi:10.1007/978-3-658-47771-4
Mittelwerte der Betriebe ab 20 Beschäftigten je Wirtschaftszweig (WZ 2008); Datenbasis: amtliche Statistik.
Gummi und Kunststoff liegen auf Rang 9 von 27 Abteilungen
Strom in kWh je 1.000 € Umsatz 2022, 27 Abteilungen aus Bergbau und Verarbeitendem Gewerbe
- Gummi und Kunststoff
- übrige Abteilungen
Kohlenbergbau* (05)
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus (17)
Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau (08)
Metallerzeugung und -bearbeitung (24)
Herstellung von Glas, -waren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden (23)
Herstellung von chemischen Erzeugnissen (20)
Gewinnung von Erdöl und Erdgas (06)
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) (16)
Gummi- und Kunststoffwaren (22)
139 kWh
* Mittelwert aus weniger als 20 Betrieben
Die Kennziffer bezieht sich auf den Umsatz. Steigende Erlöse senken sie auch ohne Einsparung beim Verbrauch.
Quelle: Riesner/Schütte/Lässig (Hrsg.), Energieeffizienz-Benchmark Industrie – Energieeffizienzkennzahlen 2022, Springer Verlag 2025, doi:10.1007/978-3-658-47771-4
Mittelwerte der Betriebe ab 20 Beschäftigten je Wirtschaftszweig (WZ 2008); Datenbasis: amtliche Statistik.
Branchenwerte ersetzen keine Berechnung der Stromkostenintensität für einen Antrag.
Strom bestimmt den Energiemix
Für Kunststoff- und Gummiverarbeiter stehen BesAR, Industriestrompreis und Stromsteuer im Mittelpunkt. Strompreiskompensation und BECV führen für die Abteilung 22 keine Sektoren. Mit 139 kWh je 1.000 € Umsatz liegt die Abteilung auf Rang 9 von 27.
Stromkennzahlen je Wirtschaftszweig
Stromanteil und Stromverbrauch 2022 für die fünf Wirtschaftszweige der Gummi- und Kunststoffverarbeitung aus der Tabelle oben. „keine Angabe“: kein belastbarer Wert. * Weniger als 20 Betriebe.
| WZ 2008 | Wirtschaftszweig | Stromanteil am Energieverbrauch | Strom je 1.000 € Umsatz |
|---|---|---|---|
| 22.11 | Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen | 36 % | 126 kWh |
| 22.19 | Sonstige Gummiwaren | 49 % | 100 kWh |
| 22.21 | Platten, Folien, Schläuche und Profile aus Kunststoffen | 58 % | 153 kWh |
| 22.22 | Verpackungsmittel aus Kunststoffen | 81 % | 235 kWh |
| 22.29 | Sonstige Kunststoffwaren | 66 % | 135 kWh |
- 01
Kennzahl vergleichen
Setzen Sie Ihren Stromverbrauch je 1.000 € Umsatz ins Verhältnis zu den 139 kWh der Abteilung. Liegen Sie darüber, wiegen die Stromkosten bei Ihnen schwerer als im Branchenmittel.
- 02
Verfahren gewichten
Bei hohem Stromanteil rücken das erweiterte Verfahren der BesAR und die Letztverbrauchergruppe C nach vorn. Ist Erdgas für Trocknung oder Hallenheizung ein größerer Posten, kommt die Energiesteuer hinzu.
- 03
Mengen prüfen
Was eine Entlastung tatsächlich bringt, zeigen erst Ihre eigenen Mengen je Abnahmestelle. Diese Zahlen prüfen wir für jedes Verfahren, das Sie nutzen.
Kacheln: 3.300 Betriebe ab 20 Beschäftigten der Abteilung 22, Werte 2022; die Veränderung zu 2021 beruht auf den Energieeffizienzkennzahlen 2021 (Lässig/Schütte/Riesner, Hrsg., Springer Verlag 2024), Quelle und Datenbasis der Werte 2022 stehen unter den Diagrammen; eigene Auswertung.
Ihr Betrieb fehlt auf den Listen?
Alle Wirtschaftszweige der Abteilung 22 stehen bei BesAR und Industriestrompreis. Fehlt Ihr Betrieb trotzdem oder geht es um Strompreiskompensation und BECV, helfen drei Wege weiter.
WZ-Klasse prüfen
Vielleicht ist Ihr Unternehmen beim statistischen Landesamt dem Handel oder einer anderen Abteilung zugeordnet. Eine Überprüfung der Einstufung vor dem nächsten Antrag kann dann weitere Verfahren öffnen.
Zur WZ-KlassifizierungGutachten für Verbände
Für die Strompreiskompensation kann ein Verband die Aufnahme eines Sektors mit einem Gutachten anstoßen. Grundlage sind belastbare Zahlen zu Stromkosten und Wettbewerb der Branche.
Zu den Gutachten für VerbändeEntlastung ohne Liste
Stromsteuer und Energiesteuer, die Befreiung von der Konzessionsabgabe unter dem Grenzpreis und der Aufschlag für besondere Netznutzung in der Letztverbrauchergruppe C gelten unabhängig von jeder Branchenliste.
Zur Strom- und EnergiesteuerWelche Termine stehen für Kunststoffverarbeiter im Jahr an?
Die wichtigsten Fristen stehen hier auf einen Blick. Die Übersicht rechnet ab heute und zeigt, wie viel Zeit bis zum nächsten Termin bleibt; jeden Termin können Sie in Ihren Kalender übernehmen.
- Frist
- Wichtige Frist
- Jährlich neu festgelegt
- Vorbei
31. Dezember 2026
nächste Frist: noch 54 Tage
- Strom- und Energiesteuer:
- Anträge nach § 9b StromStG und § 54 EnergieStG für das Vorjahr beim Hauptzollamt.
- Konzessionsabgabe:
- Üblicher Termin für das Testat zum Grenzpreisvergleich; maßgeblich ist der Vertrag mit dem Netzbetreiber.
31. März 2027
in 144 Tagen
- Aufschlag für besondere Netznutzung:
- Meldung beim Netzbetreiber, in der Letztverbrauchergruppe C mit Prüfungsvermerk.
- Industriestrompreis:
- Antrag beim BAFA, für das Jahr 2026 bis 31. März 2027.
15. Mai 2027
in 189 Tagen
- VerpackDG:
- Vollständigkeitserklärung für das Vorjahr, soweit Sie dazu verpflichtet sind.
- EWKFondsG:
- Meldung der Einwegkunststoffprodukte des Vorjahres an das Umweltbundesamt, soweit Sie Hersteller sind.
31. Mai 2027
in 205 Tagen
- BesAR:
- Meldung der Netzentnahmen des Vorjahres an den Übertragungsnetzbetreiber, über 1 GWh mit Prüfungsvermerk.
- Industriestrompreis:
- Letzter Termin für den Prüfungsvermerk ab 10 GWh, für 2026 der 31. Mai 2027.
30. Juni 2027
in 235 Tagen
- BesAR:
- Antrag beim BAFA für das Folgejahr; im erweiterten Verfahren mit Prüfungsvermerk zur Bruttowertschöpfung.
- EnSTransV:
- Erklärung zu Steuerentlastungen des Vorjahres ab 100.000 € je Rechtsgrundlage.
Stand Oktober 2026. Fällt eine Frist auf ein Wochenende oder einen Feiertag, kann sich der Termin verschieben. Maßgeblich sind die Vorgaben der zuständigen Stelle im Einzelfall.
Häufige Fragen zu Entlastungen in der Gummi- und Kunststoffbranche
- Anlage 2 EnFG führt alle fünf Wirtschaftszweige der Abteilung 22 in Liste 1: Reifen, sonstige Gummiwaren, Platten, Folien, Schläuche und Profile, Verpackungsmittel sowie sonstige Kunststoffwaren. Begrenzt werden die Umlagen für Strom über 1 GWh je Abnahmestelle auf 15 %. Im erweiterten Verfahren gilt zusätzlich eine Obergrenze von 1 % der Bruttowertschöpfung, bei besonderer Deckung durch erneuerbare Energien 0,5 %. Den Ausschlag gibt die Einstufung durch das statistische Landesamt.
Rechtsgrundlagen und Quellen: Anlage 2 EnFG; §§ 31, 32 und 45 EnFG; BAFA-Hinweisblatt zur Strommengenabgrenzung (Stand 06.06.2024); BAFA-Merkblatt Industriestrompreis, Anlage A (Stand 04.08.2026); DEHSt-Leitfaden Strompreiskompensation (Stand 05.06.2026); DEHSt-Leitfaden BEHG Carbon Leakage (Stand Juli 2026); § 9 Abs. 1 Nr. 1 und 3 sowie § 9b StromStG; § 15 Abs. 8a und § 17b Abs. 4 StromStV; § 54 EnergieStG; EnSTransV; § 2 KAV; Festlegung BK8-24-001-A der Bundesnetzagentur; Entwurf eines Kunststoffverpackungsteuergesetzes, nicht beschlossen (Stand Oktober 2026).

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Welche Entlastung
Etwa BesAR, Stromsteuer oder Netzentgelte.
Welches Jahr
Das Antrags-, Abrechnungs- oder Nachweisjahr.
Welche Frist
Bis wann Antrag oder Nachweis vorliegen muss.
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