BesAR und Industriestrompreis
Dreizehn Wirtschaftszweige in Anlage 2 EnFG, elf in Liste 1 und beim Industriestrompreis.
Strompreiskompensation und BECV
Grundstoffchemie und Mineralöl mit 75 % bis 80 % Beihilfeintensität; in der BECV 65 % bis 95 %.
Chemie, Pharma und Mineralöl
Ob Industriegase, Grundstoffe, Düngemittel, pharmazeutische Wirkstoffe oder Raffinerieprodukte: In der Chemie wirken Strom, Brennstoffe und Rohstoffe eng zusammen. Dreizehn Wirtschaftszweige der Abteilungen 19 bis 21 stehen in Anlage 2 EnFG, elf davon beim Industriestrompreis; bei Strompreiskompensation und BECV zählt oft das einzelne Produkt. Wir zeigen, welche Entlastungen für Ihren Betrieb in Frage kommen, und prüfen die Angaben dafür.
Was außerhalb der Branchenlisten für Sie in Frage kommt, klärt der kostenlose Entlastungs-Check mit zehn kurzen Fragen.

Welche Fragen stellen sich Chemie-, Pharma- und Mineralölunternehmen?
In der Chemie liegen Energie und Rohstoff oft in derselben Leitung. Viele Unternehmen produzieren in Chemieparks, setzen Erdgas als Rohstoff ein oder betreiben Anlagen im EU-Emissionshandel. Zugleich hängen Strompreiskompensation und BECV häufig am einzelnen Produkt. Diese sechs Fragen klären wir deshalb früh.

Chemiepark: Wer verbraucht welchen Strom?
Im Chemiepark beziehen mehrere Unternehmen Strom, Dampf und Gase über gemeinsame Netze. Bei der BesAR zählt nur der Strom, den Sie selbst verbrauchen; Weiterleitungen an andere Parkunternehmen sind abzugrenzen. Beim Industriestrompreis kommt es dagegen grundsätzlich darauf an, ob der Dritte den Strom per Liefervertrag bezieht.
Zählen Dampf, Druckluft und Gase aus dem Park?
Für den Industriestrompreis kann ein Parkunternehmen den Strom ansetzen, den der Parkbetreiber für leitungsgebunden gelieferte Industriegase, Druckluft, Kälte, Wärme, Dampf oder Wasser einsetzt. Der Parkbetreiber teilt dazu den spezifischen Stromeinsatz je Einheit mit, auf Wunsch mit eigenem Prüfungsvermerk. Bei der Strompreiskompensation zählen solche Medien für 2025 ebenfalls, soweit sie für beihilfefähige Produkte verbraucht werden.
Erdgas als Rohstoff oder Brennstoff?
In der Grundstoffchemie wird Erdgas oft nicht nur verheizt, sondern als Rohstoff eingesetzt, etwa für Ammoniak oder Wasserstoff. Stofflich verwendetes Erdgas ist bei der BECV nicht beihilfefähig, und auch bei der Energiesteuer gelten für die Verwendung als Rohstoff eigene Regeln. Die Mengen müssen deshalb nach Verwendung getrennt werden.
Sektor oder Produkt?
Bei BesAR und Industriestrompreis zählt die WZ-Klasse des Unternehmens. Bei der Strompreiskompensation und teils bei der BECV ist dagegen das hergestellte Produkt maßgeblich, zugeordnet über den Prodcom-Code: Von den Industriegasen sind etwa nur Wasserstoff und anorganische Sauerstoffverbindungen der Nichtmetalle für die Strompreiskompensation gelistet. Mehrproduktanlagen brauchen eine Zuordnung des Stroms zu den Produkten.
Anlage im EU-Emissionshandel?
Raffinerien und viele Anlagen der Grundstoffchemie unterliegen dem EU-Emissionshandel. Für Brennstoffe in diesen Anlagen entstehen keine Kosten aus dem nationalen Emissionshandel, eine BECV-Kompensation scheidet dort aus. Wer daneben Kessel oder Trockner außerhalb des EU-Emissionshandels betreibt, kann für diese Brennstoffe die BECV beantragen.
Elektrolyse und chemische Reduktion?
Für Strom, der für die Elektrolyse oder für chemische Reduktionsverfahren eingesetzt wird, erstattet das Hauptzollamt nach § 9a StromStG die Stromsteuer in voller Höhe. Für Energieerzeugnisse in begünstigten Prozessen gilt § 51 EnergieStG entsprechend. Diese Mengen sind von denen nach § 9b StromStG und § 54 EnergieStG zu trennen.
Viele dieser Abgrenzungen wiederholen sich jedes Jahr und lassen sich einmal sauber festlegen. Wir prüfen die Angaben für alle Verfahren, die für Ihr Unternehmen in Frage kommen, und stimmen die Mengen aufeinander ab. Für den Start genügen meist ein Medien- und Messschema des Standorts, die Produktliste mit Prodcom-Codes und die Strom- und Erdgasmengen des Vorjahres. Damit lässt sich jede Menge dem passenden Verfahren zuordnen.
Welche Entlastungen kommen für Chemie-, Pharma- und Mineralölunternehmen in Frage?
In der Chemie sind sieben Verfahren wichtig. Die vier Beihilfen bei BAFA und DEHSt hängen an Branchenlisten oder Produkten, die Strom- und Energiesteuer am produzierenden Gewerbe, Konzessionsabgabe und Aufschlag für besondere Netznutzung an Strompreis und Stromkosten. Die Angaben dafür prüfen wir; die Anträge bei BAFA und DEHSt stellt unsere Partnerkanzlei RITTER GENT COLLEGEN, die beim Hauptzollamt übernehmen wir selbst.
Besondere Ausgleichsregelung
Elf Wirtschaftszweige stehen in Liste 1, pyrotechnische Erzeugnisse und Klebstoffe in Liste 2. Für Strom über 1 GWh je Abnahmestelle zahlen begrenzte Unternehmen 15 % oder 25 % der KWKG- und Offshore-Netzumlage. Wir prüfen die Netzentnahmen einschließlich der Weiterleitungen im Park für die Meldung bis 31. Mai und die Bruttowertschöpfung für den Antrag.
Zur BesARIndustriestrompreis
Die elf Wirtschaftszweige der Liste 1 können den Industriestrompreis für 2026 bis 2028 beantragen; für 2026 läuft die Frist bis 31. März 2027. Im Industriepark zählen auch indirekte Verbräuche für gelieferte Medien. Ab 10 GWh prüfen wir direkte und indirekte Verbräuche je Abnahmestelle und erteilen den Prüfungsvermerk, auch für Parkbetreiber.
Zum IndustriestrompreisStrompreiskompensation
Mineralölverarbeitung und anorganische Grundstoffe erhalten als bisherige Sektoren 80 %, organische Grundstoffe, Düngemittel, Farbstoffe, Kunststoffe und Chemiefasern seit 2025 75 %. Gerechnet wird je Anlage und Produkt, mit Stromeffizienz-Benchmark oder Fallback. Wir prüfen Produktionsmengen und Stromverbrauch und bescheinigen sie für die DEHSt.
Zur StrompreiskompensationBECV-Kompensation
Mineralöl, Kokerei und Düngemittel erhalten 95 %, Industriegase sowie an- und organische Grundstoffe 90 %, pharmazeutische Grundstoffe 65 %. Brennstoffe in Anlagen des EU-Emissionshandels und stofflich verwendetes Erdgas zählen nicht. Wir prüfen die Brennstoffaufstellung und bescheinigen sie für den Antrag bis 30. Juni.
Zur BECVNetzentgelte und Abgaben
Mit Stromkosten über 4 % des Umsatzes gehören Chemieunternehmen zur Letztverbrauchergruppe C: höchstens 0,025 ct/kWh Aufschlag für besondere Netznutzung über 1 GWh (2026). Unter 22,54 ct/kWh Durchschnittspreis entfällt die Konzessionsabgabe. Beide Nachweise prüfen wir je Abnahmestelle.
Zum Aufschlag für besondere NetznutzungZur KonzessionsabgabeStrom- und Energiesteuer
Chemie-, Pharma- und Mineralölunternehmen gehören zum produzierenden Gewerbe. Neben § 9b StromStG und § 54 EnergieStG kommen für Elektrolyse und chemische Reduktionsverfahren § 9a StromStG und § 51 EnergieStG mit voller Erstattung in Betracht. Wir stellen alle Anträge beim Hauptzollamt und übernehmen die EnSTransV-Erklärung.
Zur Strom- und EnergiesteuerWie greifen die Entlastungen in der Chemie ineinander?
Am Chemiestandort laufen Strom, Dampf, Gase und Rohstoffe über gemeinsame Leitungen. Jedes Verfahren grenzt diese Mengen nach eigenen Regeln ab, mal nach dem Betreiber, mal nach dem Liefervertrag, mal nach dem Produkt. Die drei Bereiche zeigen, wo die Abgrenzungen zusammenpassen müssen.
Strom: drei Abgrenzungen
Für die BesAR zählt der Strom, den Sie selbst verbrauchen, für den Industriestrompreis der Strom abzüglich der Mengen, die Dritte per Liefervertrag beziehen, für die Strompreiskompensation der Strom je Anlage und Produkt. Mengen mit Strompreiskompensation sind beim Industriestrompreis abzuziehen. Alle drei stützen sich auf dasselbe Messkonzept.
Rohstoff und Brennstoff
Für die BECV zählt nur verheiztes Erdgas außerhalb des EU-Emissionshandels, das auf gelistete Sektoren oder Produkte entfällt. Stofflich verwendetes Erdgas und Brennstoffe in Anlagen des EU-Emissionshandels gehören nicht in den Antrag. Beim Hauptzollamt kommen für Brennstoffe § 54 oder für begünstigte Prozesse § 51 EnergieStG in Betracht.
Netz und Abgaben
Aufschlag für besondere Netznutzung und Konzessionsabgabe richten sich nach der Abnahmestelle des Unternehmens. Im Chemiepark ist deshalb zuerst zu klären, wo Ihre Abnahmestelle liegt und welche Mengen dort ankommen. Dieselben Messwerte tragen auch die BesAR-Meldung. Wir prüfen alle drei auf derselben Datengrundlage.
Welche Beträge sind in der Chemie bei 10 GWh Erdgas und 10 GWh Strom möglich?
In der chemischen Industrie ist Erdgas mit 33,16 % der größte einzeln ausgewiesene Energieträger, in der Pharmaindustrie liegt Strom mit 31,27 % dahinter. Das Beispiel beginnt deshalb mit 10 GWh verheiztem Erdgas und zeigt danach die Stromverfahren für 10 GWh.
Erdgas: 10 GWh verheizt, Grundstoffchemie
| Verfahren | Annahme | Entlastung 2026 |
|---|---|---|
| BECV | organische Grundstoffe (20.14), 90 %, Werte 2025 | 61.124,62 € |
| Energiesteuer | 10.000 MWh × 1,38 € − 250 € | 13.550 € |
| Zusammen | 74.674,62 € |
Strom: Chemiestandort mit 10 GWh, Liste 1
| Verfahren | Annahme | Entlastung 2026 |
|---|---|---|
| BesAR | Liste 1, Umlagen 1,387 ct/kWh | 106.105,50 € |
| Industriestrompreis | 3,744 ct/kWh auf 50 % der Menge | 187.200 € |
| Aufschlag für besondere Netznutzung | Letztverbrauchergruppe C | 138.060 € |
| Konzessionsabgabe | Preis unter dem Grenzpreis | 11.000 € |
| Stromsteuer | 20 €/MWh abzüglich 250 € | 199.750 € |
| Zusammen | 642.115,50 € |
Unverbindliche Beispiele mit den Werten 2025 für die BECV und den Sätzen 2026 für Strom und Energiesteuer. Stofflich verwendetes Erdgas und Brennstoffe in Anlagen des EU-Emissionshandels zählen bei der BECV nicht; für Strom zur Elektrolyse erstattet § 9a StromStG die Steuer sogar vollständig. Für die Stromvariante gelten Liste 1, Stromkosten von mehr als 4 % des Umsatzes und ein Durchschnittspreis unter dem Grenzpreis als erfüllt.

Rund 75.000 € beim Erdgas, 642.000 € beim Strom
In der Chemie kommt oft die Strompreiskompensation hinzu, die hier nicht eingerechnet ist. Wie hoch sie ausfällt, hängt von Anlage, Produkt und Benchmark ab.
Was Ihnen unsere Prüfung in Chemie, Pharma und Mineralöl bringt
Chemiepark sauber abgebildet
Weiterleitungen, Lieferverträge und Medien aus dem Park ordnen wir je Verfahren nach dessen Regeln zu. Für Parkbetreiber prüfen wir auf Wunsch den spezifischen Stromeinsatz der gelieferten Medien.
Produkte richtig zugeordnet
Wir gleichen Ihre Produkte über die Prodcom-Codes mit den Listen der Strompreiskompensation und der BECV ab. Mehrproduktanlagen erhalten eine nachvollziehbare Zuordnung des Stroms.
Rohstoff und Brennstoff getrennt
Erdgas als Rohstoff, Erdgas als Brennstoff und Brennstoffe in Anlagen des EU-Emissionshandels trennen wir sauber. Jede Menge landet nur in den Anträgen, in die sie gehört.
Ein Team für alle Verfahren
BesAR, Industriestrompreis, Strompreiskompensation und BECV prüfen wir aufeinander abgestimmt. Doppelte Mengen und Widersprüche zeigen sich vor der Einreichung.
Erfahrung aus der Branche
Wir arbeiten für Unternehmen der Grundstoffchemie, der Pharmaindustrie und der Mineralölverarbeitung. Unsere Arbeit umfasst alle Verfahren, von Strom- und Energiesteuer über BesAR, Industriestrompreis, Strompreiskompensation und BECV bis zu Konzessionsabgabe und Aufschlag für besondere Netznutzung.

Prüfung und Antrag getrennt
Für BAFA und DEHSt prüfen und bescheinigen wir; die Anträge stellt unsere Partnerkanzlei RITTER GENT COLLEGEN. Beim Hauptzollamt beantragen wir selbst, auch nach § 9a StromStG und § 51 EnergieStG. So bleibt die Prüfung unabhängig, und die Fristen beider Seiten laufen in einem gemeinsamen Plan.
Wie arbeiten wir mit Chemie-, Pharma- und Mineralölunternehmen?
Bis zum Antrag führen vier Schritte. Medien im Park, stoffliche Nutzung und Anlagen im EU-Emissionshandel grenzen wir von Beginn an ab.
- 01
Erstgespräch
Sie beschreiben Standorte, Produkte und Medienversorgung. Wir klären, welche Verfahren und Teilsektoren in Frage kommen.
- 02
Mengen je Anlage und Produkt
Strom, Dampf, Gase und Erdgas ordnen wir Anlagen, Produkten und Parkunternehmen zu.
- 03
Prüfung und Bescheinigungen
Wir prüfen die Angaben je Verfahren und erteilen Vermerke und Bescheinigungen, auf Wunsch auch für den Parkbetreiber.
- 04
Anträge und Meldungen
RITTER GENT COLLEGEN reicht die Anträge bei BAFA und DEHSt ein; die Anträge beim Hauptzollamt, auch nach § 9a StromStG und § 51 EnergieStG, stellen wir selbst.
Entlastungen für Ihr Chemie-, Pharma- oder Mineralölunternehmen prüfen lassen
Nennen Sie uns Ihre Standorte, Ihre wichtigsten Produkte und den ungefähren Strom- und Erdgasverbrauch. Wir melden uns mit einer Einschätzung der passenden Verfahren und einem Angebot.
Welche Codes der Chemie- und Mineralölbranche stehen auf den Listen?
Die vier Verfahren arbeiten mit eigenen Listen, Strompreiskompensation und BECV teilweise mit einzelnen Produkten. Die Tabelle zeigt alle Wirtschaftszweige der Abteilungen 19 bis 21, die in mindestens einer Liste stehen. Ein Strich heißt: nicht gelistet; „Teil“ bedeutet, dass nur die genannten Produkte zählen.
13 von 15
BesAR
11 in Liste 1, 2 in Liste 2
11 von 15
Industriestrompreis
KUEBLL Anhang I, Teilliste 1
10 von 15
Strompreiskompensation
Sektoren und Teilsektoren nach Anhang I
13 von 15
BECV
Sektoren und Teilsektoren der Anlage
| WZ 2008 | Wirtschaftszweig | BesAR | Industriestrompreis | Strompreiskompensation | BECV |
|---|---|---|---|---|---|
| 19.10 | Kokerei | – | – | – | 95 % |
| 19.20 | Mineralölverarbeitung | Liste 1 | ja | ja (80 %) | 95 % |
| 20.11 | Industriegase | Liste 1 | ja | Teile: Wasserstoff, anorganische Sauerstoffverbindungen der Nichtmetalle (80 %) | 90 % |
| 20.12 | Farbstoffe und Pigmente | Liste 1 | ja | ja, seit 2025 (75 %) | 75 % |
| 20.13 | Sonstige anorganische Grundstoffe und Chemikalien | Liste 1 | ja | ja (80 %) | 90 % |
| 20.14 | Sonstige organische Grundstoffe und Chemikalien | Liste 1 | ja | ja, seit 2025 (75 %) | 90 % |
| 20.15 | Düngemittel und Stickstoffverbindungen | Liste 1 | ja | ja, seit 2025 (75 %) | 95 % |
| 20.16 | Kunststoffe in Primärformen | Liste 1 | ja | ja, seit 2025 (75 %); Teil: Polyetheralkohole (80 %) | 65 % |
| 20.17 | Synthetischer Kautschuk in Primärformen | Liste 1 | ja | ja, seit 2025 (75 %) | 70 % |
| 20.30 | Anstrichmittel, Druckfarben und Kitte | – | – | – | Teile: Schmelzglasuren und Engoben, Glanzmittel und Glasfritte 65 % |
| 20.51 | Pyrotechnische Erzeugnisse | Liste 2 | – | – | – |
| 20.52 | Klebstoffe | Liste 2 | – | – | – |
| 20.59 | Sonstige chemische Erzeugnisse a. n. g. | Liste 1 | ja | Teil: Alkylbenzol- und Alkylnaphthalin-Gemische (75 %) | Teil: Gelatine 70 % (ab 2021) |
| 20.60 | Chemiefasern | Liste 1 | ja | ja, seit 2025 (75 %) | 65 % |
| 21.10 | Pharmazeutische Grundstoffe | Liste 1 | ja | – | 65 % |
Prozentsätze: Beihilfeintensität der Strompreiskompensation für das Abrechnungsjahr 2025 (bisherige Sektoren 80 %, neue Sektoren 75 %) und Kompensationsgrad der BECV. Grundlagen: Anlage 2 EnFG; BAFA-Merkblatt Industriestrompreis, Anlage A (Stand 04.08.2026); DEHSt-Leitfaden Strompreiskompensation (Stand 05.06.2026); DEHSt-Leitfaden BEHG Carbon Leakage (Stand Juli 2026). Stand der Übersicht: Oktober 2026.
Wie energieintensiv sind Chemie und Pharma?
Die chemische Industrie braucht 2022 228 kWh Strom je 1.000 € Umsatz, die Pharmaindustrie 35 kWh und Kokerei und Mineralölverarbeitung 41 kWh. Strom deckt dabei 16,56 % (Chemie), 31,27 % (Pharma) bzw. 6,25 % (Mineralöl) des Energieverbrauchs. Je Beschäftigten verbrauchen Mineralölverarbeiter 351 MWh Strom, die Chemie 131 MWh.
6 %–31 %
Stromanteil am Energieverbrauch
Abteilungen 19, 20 und 21, 2022
35 kWh–228 kWh
Strom je 1.000 € Umsatz
Abteilungen 19, 20 und 21, 2022
17 MWh–351 MWh
Strom je Beschäftigten
Abteilungen 19, 20 und 21, 2022
−40 % bis −8 %
Stromintensität 2022 zu 2021
Veränderung der kWh je 1.000 € Umsatz
Sonstige Energieträger prägen Mineralöl und Chemie, Erdgas die Pharmaindustrie
Anteile der Energieträger am Gesamtenergieverbrauch 2022 in %
- Strom
- Erdgas
- Kohle
- Heizöl
- Erneuerbare
- Übrige (Fernwärme, Sonstige)
Pharmazeutische Erzeugnisse (21)
Chemische Erzeugnisse (20)
Kokerei und Mineralöl (19)
Quelle: Riesner/Schütte/Lässig (Hrsg.), Energieeffizienz-Benchmark Industrie – Energieeffizienzkennzahlen 2022, Springer Verlag 2025, doi:10.1007/978-3-658-47771-4
Mittelwerte der Betriebe ab 20 Beschäftigten je Wirtschaftszweig (WZ 2008); Datenbasis: amtliche Statistik.
Die Chemie liegt auf Rang 6 von 27, die Pharmaindustrie auf Rang 22
Strom in kWh je 1.000 € Umsatz 2022, 27 Abteilungen aus Bergbau und Verarbeitendem Gewerbe
- Chemie, Pharma und Mineralöl
- übrige Abteilungen
Kohlenbergbau* (05)
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus (17)
Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau (08)
Metallerzeugung und -bearbeitung (24)
Herstellung von Glas, -waren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden (23)
Chemische Erzeugnisse (20)
228 kWhGewinnung von Erdöl und Erdgas (06)
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) (16)
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (22)
Kokerei und Mineralöl (19)
41 kWhPharmazeutische Erzeugnisse (21)
35 kWh
* Mittelwert aus weniger als 20 Betrieben
Die Kennziffer bezieht sich auf den Umsatz. Steigende Erlöse senken sie auch ohne Einsparung beim Verbrauch.
Quelle: Riesner/Schütte/Lässig (Hrsg.), Energieeffizienz-Benchmark Industrie – Energieeffizienzkennzahlen 2022, Springer Verlag 2025, doi:10.1007/978-3-658-47771-4
Mittelwerte der Betriebe ab 20 Beschäftigten je Wirtschaftszweig (WZ 2008); Datenbasis: amtliche Statistik.
Branchenwerte ersetzen keine Berechnung der Stromkostenintensität für einen Antrag.
Strom und Brennstoff zugleich entlasten
In der Chemie wirken die Entlastungen für Strom (BesAR, Industriestrompreis, Strompreiskompensation) und für Brennstoffe (BECV, Energiesteuer) nebeneinander. Mit 336 kg CO₂ je 1.000 € Umsatz liegt die Chemie weit über der Pharmaindustrie mit 29 kg. Die Pharmaindustrie deckt dafür fast ein Drittel ihres Energiebedarfs mit Strom.
Stromkennzahlen je Wirtschaftszweig
Stromanteil und Stromverbrauch 2022 für die 15 Wirtschaftszweige von Chemie, Pharma und Mineralölverarbeitung aus der Tabelle oben. „keine Angabe“: kein belastbarer Wert. * Weniger als 20 Betriebe.
| WZ 2008 | Wirtschaftszweig | Stromanteil am Energieverbrauch | Strom je 1.000 € Umsatz |
|---|---|---|---|
| 19.10 | Kokerei | keine Angabe | keine Angabe |
| 19.20 | Mineralölverarbeitung | keine Angabe | keine Angabe |
| 20.11 | Industriegase | 53 % | 2.201 kWh |
| 20.12 | Farbstoffe und Pigmente | 17 % | 152 kWh |
| 20.13 | Sonstige anorganische Grundstoffe und Chemikalien | 25 % | 706 kWh |
| 20.14 | Sonstige organische Grundstoffe und Chemikalien | 10 % | 246 kWh |
| 20.15 | Düngemittel und Stickstoffverbindungen | 8 % | 210 kWh |
| 20.16 | Kunststoffe in Primärformen | 41 % | 283 kWh |
| 20.17 | Synthetischer Kautschuk in Primärformen | 17 % | 191 kWh * |
| 20.30 | Anstrichmittel, Druckfarben und Kitte | 44 % | 43 kWh |
| 20.51 | Pyrotechnische Erzeugnisse | 31 % | 35 kWh * |
| 20.52 | Klebstoffe | 48 % | 42 kWh |
| 20.59 | Sonstige chemische Erzeugnisse a. n. g. | 27 % | 67 kWh |
| 20.60 | Chemiefasern | 19 % | 380 kWh |
| 21.10 | Pharmazeutische Grundstoffe | 23 % | 117 kWh |
- 01
Kennzahl vergleichen
Die Chemie braucht 228 kWh Strom je 1.000 € Umsatz, die Pharmaindustrie 35 kWh und die Mineralölverarbeitung 41 kWh. Ihr eigener Wert zeigt, wo Ihr Unternehmen in dieser Spanne liegt.
- 02
Verfahren gewichten
Bei hohem Stromanteil zählen BesAR, Industriestrompreis und Strompreiskompensation, für die Elektrolyse auch § 9a StromStG. Wo Erdgas Brennstoff und Rohstoff zugleich ist, entscheidet die Abgrenzung über BECV und Energiesteuer.
- 03
Mengen prüfen
Erst die Mengen je Abnahmestelle, Anlage und Produkt zeigen, was eine Entlastung bringt. Diese Mengen prüfen wir für jedes Verfahren, auch im Chemiepark.
Kacheln: 2.148 Betriebe ab 20 Beschäftigten der Abteilungen 19, 20 und 21, Werte 2022; die Veränderung zu 2021 beruht auf den Energieeffizienzkennzahlen 2021 (Lässig/Schütte/Riesner, Hrsg., Springer Verlag 2024), Quelle und Datenbasis der Werte 2022 stehen unter den Diagrammen; eigene Auswertung.
Ihr Chemiebereich fehlt auf den Listen?
Anstrichmittel, Seifen, Kosmetik und pharmazeutische Spezialitäten stehen weder bei der BesAR noch beim Industriestrompreis. Drei Wege helfen dann weiter.
WZ-Klasse und Produkt prüfen
Trifft die WZ-Klasse beim statistischen Landesamt noch Ihre Haupttätigkeit? Bei Strompreiskompensation und BECV lohnt zudem der Blick auf einzelne Produkte nach Prodcom-Code.
Zur WZ-KlassifizierungGutachten für Verbände
Für einen ganzen Sektor kann die Aufnahme über ein Verbandsgutachten angestoßen werden, vor allem bei den EU-Listen der Strompreiskompensation. Wie das abläuft, zeigt unsere Seite für Verbände.
Zu den Gutachten für VerbändeEntlastung ohne Liste
Strom- und Energiesteuer, auch nach § 9a StromStG und § 51 EnergieStG, die Befreiung von der Konzessionsabgabe und der Aufschlag für besondere Netznutzung gelten ohne Branchenliste.
Zur Strom- und EnergiesteuerWelche Termine stehen für Chemie-, Pharma- und Mineralölunternehmen im Jahr an?
Sechs Termine prägen das Jahr in der Chemie. Der Zeitstrahl rechnet ab heute, zeigt die Restzeit und bietet jeden Termin zum Kalender-Download an.
- Frist
- Wichtige Frist
- Jährlich neu festgelegt
- Vorbei
31. Dezember 2026
nächste Frist: noch 54 Tage
- Strom- und Energiesteuer:
- Anträge nach §§ 9a, 9b StromStG sowie §§ 51, 54 EnergieStG.
- Konzessionsabgabe:
- Testat zum Grenzpreis, üblicherweise zum Jahresende.
31. März 2027
in 144 Tagen
- Aufschlag für besondere Netznutzung:
- Meldung je Abnahmestelle beim Netzbetreiber, für die Letztverbrauchergruppe C mit Vermerk.
- Industriestrompreis:
- Antrag beim BAFA für 2026, Frist 31. März 2027.
31. Mai 2027
in 205 Tagen
- BesAR:
- Meldung der Netzentnahmen einschließlich der Weiterleitungen im Park.
- Industriestrompreis:
- Prüfungsvermerk für direkte und indirekte Verbräuche ab 10 GWh, für 2026.
30. Juni 2027
in 235 Tagen
- BesAR:
- BAFA-Antrag auf Begrenzung für das Folgejahr.
- BECV:
- Antrag bei der DEHSt, ohne stofflich verwendetes Erdgas und ohne Anlagen im EU-Emissionshandel.
- EnSTransV:
- Erklärung über Entlastungen des Vorjahres ab 100.000 € je Rechtsgrundlage.
15. Juli 2027
in 250 Tagen
- Industriestrompreis:
- Verlängerte Antragsfrist, wenn für dasselbe Jahr auch Strompreiskompensation beantragt wird (für 2026 der 15. Juli 2027).
Sommer 2027
voraussichtlich August
Frist jährlich neu festgelegt
- Strompreiskompensation:
- Antrag für Grundstoffe, Mineralöl und Teilsektoren wie Wasserstoff; die DEHSt legt die Frist jährlich fest.
Termin wird bekannt gegeben
Stand Oktober 2026. Fristen am Wochenende oder an Feiertagen können sich auf den nächsten Werktag verschieben. Maßgeblich ist die zuständige Behörde im Einzelfall.
Häufige Fragen zu Entlastungen in Chemie, Pharma und Mineralöl
- Anlage 2 EnFG nennt aus den Abteilungen 19 bis 21 dreizehn Wirtschaftszweige. In Liste 1 stehen Mineralölverarbeitung, Industriegase, Farbstoffe, an- und organische Grundstoffe, Düngemittel, Kunststoffe und synthetischer Kautschuk in Primärformen, sonstige chemische Erzeugnisse, Chemiefasern und pharmazeutische Grundstoffe; in Liste 2 pyrotechnische Erzeugnisse und Klebstoffe. Begrenzt werden die Umlagen für Strom über 1 GWh je Abnahmestelle, in Liste 1 auf 15 %, in Liste 2 auf 25 %. Anstrichmittel, Seifen, Kosmetik und pharmazeutische Spezialitäten gehören nicht dazu.
Rechtsgrundlagen und Quellen: Anlage 2 EnFG; §§ 31 und 45 EnFG; BAFA-Merkblatt Industriestrompreis, Anlage A (Stand 04.08.2026); DEHSt-Leitfaden Strompreiskompensation (Stand 05.06.2026); DEHSt-Leitfaden BEHG Carbon Leakage (Stand Juli 2026); § 9 Abs. 2 BECV; §§ 9a und 9b StromStG; §§ 51 und 54 EnergieStG; EnSTransV; § 2 KAV; Festlegung BK8-24-001-A der Bundesnetzagentur (Stand Oktober 2026).

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Welche Entlastung
Etwa BesAR, Stromsteuer oder Netzentgelte.
Welches Jahr
Das Antrags-, Abrechnungs- oder Nachweisjahr.
Welche Frist
Bis wann Antrag oder Nachweis vorliegen muss.
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